Junge Welt – Auf der Waldeck beim Linken Liedersommer

…Das kann man vom Rap nicht behaupten, dessen industriell zerhackter Rhythmus einen Sprechgesang jedwelchen Inhalts zu transportieren in der Lage ist. Dem Duisburger Duo »Bandbreite« wurde in der Vergangenheit Sexismus, Rassismus und anderes vorgeworfen. Blödsinn! Es ist allenfalls als Vereinfachung zu bezeichnen, wenn man einen Teil des Phänomens Hitler auf dessen verdrängte Homosexualität zurückführt. In einem musikbegleitenden Video über den Transport von Hilfsgütern in den Gazastreifen ist unter anderem ein Rabbiner zu sehen, der gemeinsam mit Muslimen die Ankunft der lange zurückgehaltenen Güter begrüßt; wenn die Medien dies als antisemitisch bezeichnen, verkehren sie nicht nur die Absicht ins Gegenteil, sondern lügen wie gedruckt an der Wahrheit vorbei.

»Bandbreites« Texte sind provokant, sie bilden keine Realität ab, sondern die Sicht vieler Leute auf diese Realität. Dies hat nicht nur Berechtigung, sondern ist notwendig als ein Gradmesser, der die steigende Fieberkurve unserer Gesellschaft anzeigt – eine wichtige Funktion von Liedern mit politischem Anspruch, die über ein schlichtes Agitprop-Schema hinausgehen wollen.

Hier geht es zum kompletten Artikel von Michael Rieth:  Auf der Waldeck beim Linken Liedersommer, letztes Wochenende

 

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