Wut

Es fängt mit W an und hört mit ut auf.
Heute abend bin ich gar nich so gut drauf.
Ich mach meine Schuhe zu und setz meinen Hut auf,
Ich habs im Gespür, geh aus der Tür, komm gleich in nen Blutrausch.
Und ich lauf schaue hinauf zu Himmel, sehe die Sterne stehen,
Schwimm in nem Meer aus Wut und werd doch die Straße hinuntergehen.
Da kann ich ihn sehen, die Lichter bleiben stehen, der Wagen hält neben mir an,
So steig ich dann ein, wir fahren auf die Bahn, weil ich et alleine nicht kann,
neben mir da sitzt mein Mann, auf meinem Platz ein Vulkan,
kurz vor der Eruption, nachdem wir die Ausfahrt hinunter kamen.
Vier Augen sehen sich an – kurz – schweigend sich wortlos verstehend.
Weil wir seit fast ewiger Zeit zu zweit, die Wege zusammen gehen.
In meinem Gehirn reflektier ich nochmal, wat dieses Schwein ihr antat.
Du hast sie fürs Leben gebranntmarkt und ja, verdammt nochmal Bastard wie kann dat?
Egal wann dat war, wo dat war, heute kenn ich keine Gnade,
Ich schlage Dir Deine beschissene Fresse mit Freude zu Marmelade.
Keiner hat wat getan nich Freunde, Familie noch Nachbarn
weil alle, wenn er zu ihr kam, sie so spät dann schon nich mehr wach waren.
Weil immer wenn et im Keller geschah, sie alle nach oben zum Dach sahen,
dann haltet die Augen auch weiter geschlossen vor meinem gerechten Rachplan.

Du hast einem jungen Fohlen die Beine weggezogen,
noch bevor es laufen konnte, um seinen geraden Gang betrogen,
solch Gepflogenheiten bereiteten Dir zu allen Zeiten,
keinerlei Probleme, lässt von Deinem Trieb Dich leiten,
doch bei weitem gefehlt, hier kommt einer der sich anmaßt,
und mit einem Zweiten von hinten an Dich dran fasst!
Kann man dat hier eigentlich Ungerechtigkeit nennen,
wenn Deine Eier auf der scheiße heißen Herdplatte brennen.
Denn sie spielte mit Lego und war noch ein Kind, als du ihr Ego fraßt.
Doch jetzt da trifft Dich mein Credo blind wie der Pfeil von Legolas.
Eben warns die verwixten Bullen, ham dem Mädel no nimma geglaubt,
ham sie eben auf der Wache ihrer restlichen Kräfte beraubt.
Nun schaust du zu mir auf, wie sie damals zu dir,
ich streiche den Staub von den Tasten am Klavier.
Mit schmerzverzierter Mine, flehst mich an, doch ich glaub
um deine Schreie zu hören sind meine Ohren viel zu taub.

Wenn Menschen verschiedene Persönlichkeiten in nur einem Körper vereinen,
weil ein Geist nicht mehr reicht zu begreifen, den Schmerz, den Ekel, dat Weinen,
keinen dieser beschissenen Seinen, die will ich am Leben lassen.
Ich will sie untergehen sehen, sie alle unter dem Rasen.
Zu tief geht der Schmerz und zu schwer wird et ihn zu begreifen,
et wird für immer Herbst und die Erinnerung lange zu schleifen,
ist die einzige Möglichkeit, dat Leid noch einmal zu erleben,
zwecks Bewältigung der Vergangenheit für ein besseres Überleben.
Klebrige Gedanken umranken den Kopf berauben dich jeglicher Lust, denn
täglich wird dich nämlich dann dat Murmeltier wieder frusten.
Rüste auf für den Kampf gegen Zersetzung deiner Seele,
stähle dich, halte dich hoch an mir, so sehr dich Visionen auch quälen,
so zähle die Tage deiner Torturen, und sieh dem Bösen ins Auge,
et is nich so schwer, sich dem zu erwehren, weil ich so sehr an dich glaube.
Schraub die Kappe von der Dose mit den Glückskeksen ab,
stütz dich ab auf mir, setz das Schaukelpferd in Trab.
Labe dich am Leben und sei mit mir versichert
so viel Hass gegen ihn, noch viel mehr Liebe ich für dich hab.

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