Nach der Diskussion zu den Vorwürfen beim CSD

„Die Bandbreite“ distanziert sich deutlich von Sexismus.


Am 13.11.2012 fand um 19:30 Uhr eine Podiumsdiskussion in der Duisburger Kellerkneipe Djäzz, zur nachträglichen Ausladung der Bandbreite beim CSD (Christopher-Street-Day), statt.

Wojnas Protest gegen Zensur beim CSD

„Die Bandbreite“ wehrt sich gegen Zensur

Der Veranstalter SchwuBiLe-Alumni hatte zur Diskussionsleitung Gabriele Bischoff (Wir Frauen – Das feministische Blatt) und zur Diskussion Monica Brauer (Kampagnenbüro „anders und gleich“), Marcus Meier (Neues Deutschland), Frank Laubenburg (DIE LINKE.queer NRW) und Dr. med Günther Bittel (Aidshilfe und MLPD Duisburg) eingeladen.
Dr. Günther Bittel nahm als Fürsprecher der Bandbreite an der Diskussion teil.
Auch der Bandbreite wurde ermöglicht, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen und an der Veranstaltung teilzunehmen.
Vorwürfe: haltlose Verschwörungstheorien (zu Aids und 9/11) die uns angeblich in die Nähe von Antisemiten und Nazis rücken, Homophobie und Sexismus (noch was vergessen?).

Ja was denn nun – Links- oder Rechtsradikal?

Nachdem die Moderatorin Gabriele Bischoff nach einem sachlichen und freundlichen Vorwort das Wort den Diskussionsteilnehmern für eine Vorstellungsrunde übergab, eskalierte schnell die Situation.

Dr. Günther Bittel, der als Wojnas Fürsprecher geladen war, stellte sich kurz vor.
Der Nachfolgeredner Marcus Meier (Neues Deutschland), als erklärter Gegner der Bandbreite, begann sofort heftig Günther Bittel zu beleidigen und zu diskreditieren.
Bittel wäre Anhänger der Massenmörder Stalin und Mao, somit quasi ein Rotfaschist und untragbar.
Neues Deutschland, war das nicht Honeckers Propagandaorgan?
Wurden hierin nicht die Mauertoten als Verbrecher und Verräter verunglimpft und Stalin hochgelobt?
Dummerweise ging es hier nicht um die politische Einstellung des eingeladenen Diskussionsteilnehmers Bittel, oder die historischen „Verdienste“ des „Neuen Deutschland“, sondern um Verschwörungstheorien und die Ausladung der Bandbreite.
Somit schlug auch Meiers offensichtlicher Versuch, den einzigen Fürsprecher der Bandbreite bereits im Vorfeld der Diskussion als Rotfaschisten zu diskreditieren, fehl.
Das kleine Duisburger Publikum, zu 90% Fans und Sympathisanten der Bandbreite tobte.

„Giftspritzer“, „Schreibtischtäter“, „linker Verräter“ schallte es aus dem Zuschauerraum.
Für den nächsten Eklat sorgte Minuten später wiederum Marcus Meier, als er diesmal politisch andersrum Wojnas Umfeld als rechtsradikal entlarven wollte.
Wojnas Auftritt bei der Bilderber-Demo in der Schweiz (siehe hier), an der auch SVP-Mitglieder teilgenommen haben (siehe hier), sei schlagender Beweis für rechtsradikale Tendenzen.

Die Bandbreite gegen Faschismes

Eindeutiges Engagement der Bandbreite auf unzähligen Veranstaltungen

Auch Wojnas Interview beim Alpenparlament mit Prof. Dr. Michael Vogt (siehe hier), oder der Auftritt beim Esoterik-Verein Neudeutschland (siehe hier) waren für Meier Belege seiner Behauptung, die Bandbreite sei jetzt rechtsgerichtet und irgendwie antisemitisch.
Seine Provokationen gipfelten in der dreisten Behauptung: „Michael Vogt ist ein Nazi!“.
Einen wirklichen Beweis für diese Behauptung blieb Meier allerdings schuldig.

Auch die Ermahnung der Moderatorin sachlich zu bleiben, konnte Meier nicht bremsen. Seine aggressiven Provokationen führen dann endgültig zur Eskalation. Die Moderatorin drohte mit dem Abbruch der Veranstaltung, da im Zuschauerraum die Empörung lautstark anschwoll. Von Wojna-Ultras schwafelten die Ruhrbarone in ihrem unsachlichen Artikel hierzu (siehe unten).
Kurze Zeit später verließ Marcus Meier dann, verbittert weil niemand ihn verstehen wollte, fluchtartig die Diskussionsveranstaltung.
Eine über 80jährige Sozialistin (Freidenker e. V.), die mit weiteren betagten Unterstützern (Rentnerultras sozusagen)  extra aus Köln angereist war, kommentierte den Abgang Meiers am Ausgang.

„Ich habe den zweiten Weltkrieg erlebt und es gibt wieder so viel Elend und Probleme auf der Welt. Über was für eine Scheiße unterhalten die sich da?“

Recht hatte sie.

Die Vorwürfe schmelzen zusammen

„Verschwörungstheorien sind auch in der linken Bewegung weit verbreitet“. Erschreckenderweise schenken etliche intellektuelle Linke dem offiziellen 9/11 Report der Bush Regierung Glauben. Doch gerade Linke müssten wissen, dass Glauben und Religion in der politischen Auseinandersetzung eher nichts zu suchen haben.

Kein Sex mit Nazis

Der Song fördere Schwulenfeindlichkeit, glaubt Frank Laubenburg.

Doch um Fakten zu den Themen 9/11 und Aids ging es leider gar nicht, obwohl Dr. Günther Bittel zum Thema Aids eine fachlichere Diskussion starten wollte. Schließlich war der Bandbreite ja der Aidssong als eine unsinnige Verschwörungstheorie vorgeworfen worden. Leider war niemand verfügbar, der diese Vorwurf dann vertreten, geschweige denn belegen konnte.
Ist ja auch ein Unterschied, ob man nur im Internet Vorwürfe per copy & paste verbreitet und sich auf Wikipedia/indymedia/reflexion-blog als Quelle verlässt, oder ob man sich dann vor Ort einer sachlichen und fachlichen Diskussion stellen muss.

Deshalb ging es dann weiter mit dem Vorwurf der Homophobie. Hierzu berief sich Frank Laubenburg auf diverse sozialwissentschaftliche Arbeiten, mit denen er zu belegen versuchte, warum der Song „Kein Sex mit Nazis“ doch in gewisser Weise schwulenfeindlich wäre. Die Bandbreite hat dies zwar zur Kenntnis genommen, teilt diese Ansichten jedoch in keiner Weise.

 

Ein berechtigter Vorwurf mit Konsequenzen

Viele gemeinsame Ansichten, doch der Vorwurf des Sexismus spaltet.

Nicht zuletzt der von Monica Brauer sehr sachlich vertretene Vorwurf des Sexismus (in zwei alten Liedern der Bandbreite) und die nachfolgende Diskussion zu diesem Thema, haben jedoch zu einem Umdenken der Bandbreite bezüglich unserer Position hierzu geführt.

Die zusammenfassende Aussage verschiedener Teilnehmer zum Vorwurf des Sexismus war folgende. Die Songs „Eingelocht“ und „Miesmuschel“ aus den pubertären Anfangszeiten der Band, sind ein Stein des Anstoßes. Sie haben eine beleidigende Außenwirkung auf Feministinnen und werden als frauenverachtend wahrgenommen. Diese Wahrnehmung steht als Realität der ursprünglich gewollten Persiflierung sexueller Inhalte gegenüber. Die Bandbreite sollte die „Größe“ haben, nicht nur verteidigend sich von diesen Texten zu distanzieren, indem man auf eine künstlerische Persiflierung verweist, sondern auch anzuerkennen, das diese Liedtexte intellektuell von vielen Frauen eben als beleidigend oder zumindest herabwürdigend wahrgenommen werden.

 

Wir sehen den Fehler ein. Ende-Aus

Tatsächlich muss Die Bandbreite bei kritischer Betrachtung feststellen, dass die glaubwürdige Kritik des Veranstalters, diese Texte asoziieren bei kritischen ZuschauerInnen, eine ähnlich frauenverachtende Einstellung wie Songs von Bushido, Sido, etc. verständlich und nachvollziehbar ist.
Deshalb hat sich Die Bandbreite im Nachklang der Veranstaltung entschieden, wir distanzieren uns jetzt und hiermit ausdrücklich von den „Frühwerken“ der Band „Miesmuschel“ und „Eingelocht“.

Wir müssen selbstkritisch anerkennen, dass die künstlerische Freiheit nicht nur ein freies Meinungs- und Darstellungsrecht ist, sondern auch eine moralische Pflicht, bezüglich nachvollziehbarer Außenwirkungen darstellt. Gerade als linke politische Band müssen wir diese Kritik annehmen und haben uns deshalb entschieden jetzt auch die moralische Konsequenz zu ziehen.
Diese Songs werden nicht mehr gespielt und verschwinden aus dem Programm. Punkt.

Wir wollten niemanden beleidigen oder Frauen diskreditieren und entschuldigen uns, falls dies so verstanden wurde, in aller Form bei den Betroffenen.

Sexualität soll der Liebe, Freude und Entwicklung dienen. Sexualität in Zusammenhang mit Unterdrückung, Ausbeutung, Erniedrigung oder Gewalt lehnen wir in jeder Form entschieden ab.

So hat diese ganze Veranstaltung hoffen wir, dann doch noch zu einem positiven Ergebnis geführt (und sei es nur in unserer Erkenntnis). Wir danken allen konstruktiv Beteiligten.

 

 

Weitere Veröffentlichungen zu dieser Veranstaltung:

Marcus Meier (Neues Deutschland)  veröffentlichte seine Sicht der Dinge bezüglich der Veranstaltung, auf seinem Web-Blog  (www.marcusmeier.de/cms/?page_id=690).

 

Veröffentlichung der Ruhrbarone zur Veranstaltung:
Die Berichterstattung der Ruhrbarone, ist mal wieder ganz braun …

Das Niveau des Autors Niewendick offenbart sich in Bildtitel und Abschnitt „Köpi statt Warsteiner“. Hier wird impliziert, siehe Link „Neuschwabenland-Forum“, die Anhänger der Bandbreite seien ebenfalls rechte Schwachköpfe auf Hauptschulniveau und verfolgen lächerliche Ufo- und Nazispinner-Theorien. Nur trinken diese Spinner halt Köpi statt Warsteiner (wie im Video der Ufo-Nazispinner). Kein Wunder dass Marcus Meier, sich dann auch wohlwollend auf diesen „sachlichen“ Artikel in seinem Statement (o. g. Veröffentlichung) bezieht. Zur journalistischen Seriösität der Ruhrbarone siehe auch diesen Beweis!
Solche Quellen passen zu ihm. Der Artikel wurde auf dem Blog Ruhrbarone veröffentlicht
(www.ruhrbarone.de/ein-abend–mit-den-wojna-ultras/).

 

Die Ansicht der Bandbreite über die Hintergründe des aggressiven Vorgehens unserer politischen Gegner, spiegelt sich im Bericht „Die Antideutschen als neoliberale Erfüllungsgehilfen“, erschienen im sozialistischen Magazin „Die Rote Fahne“ wieder.

Comments

  1. schade.leider kam mir was dazwischen,so dass ich an der veranstaltung nicht teilnehmen konnte.

  2. Schade, ich hatte mich auf ein Videostatement gefreut! Haben Euch die Agenten der Bilderberg-Clique etwa auf der Veranstaltung bedroht und versucht Euch einzuschüchtern? Lasst Euch nicht unterkriegen!

  3. Zitat aus dem Artikel:
    „Ich habe den zweiten Weltkrieg erlebt und es gibt wieder so viel Elend und Probleme auf der Welt.
    Über was für eine Scheiße unterhalten die sich da?“

    Dem kann ich mich nur anschließen und es mit Steffen W. Hoffman zu sagen:
    “Unsere Aufmerksamkeit dem NICHTS zu widmen, darin sind wir geübt und darum funktioniert dieses, nur weil “ES” die Beziehung behauptet”

    Ein Auszug aus dem Artikel von Herrn Meier (Neues Deutschland) in seinem Blog:
    „Viele der Pöblenden entstammen pseudolinken Sekten, die sich in ihrem Wahn und ihrer Weltfremdheit durchaus mit den Zeugen Jehovas messen können. Einzige Unterschiede: Die Zeugen Jehovs verfügen über erheblich mehr Anhänger. Sie sind weniger aufdringlich.
    Und sie beten nicht Mao, Wojna und Stalin an.
    Und es bereitete mir wenig Freude, gegen den Lautstärkepegel anbrüllen zu müssen.
    Wäre ich doch sofort gegangen, den Pöbel keines Wortes würdigend!

    Woher hat Herr Meier diese Erkenntnisse?
    Was sind denn „pseudolinke Sekten“ und wieso „Wahn“ und „Weltfremdheit“?
    Was für ein Wortschatz, den der „Pöbel“ hier ertragen muß.
    Allein damit qualifiziert dieser Herr sich schon.
    Ist das der Geist des „Neuen Deutschlands“?
    Aber woher soll er es anders besser wissen, wenn man seine „Informationen“ und „Recherchen“ hier in der „BRD“ nur aus einem Pool von manipulierten und zensierten Staatsmedien bekommt!

    Da bleibt mir eine Frage zum Schluß:
    Wer ist denn hier eigentlich weltfremd???

    Aber– gut, dass wir mal wieder drüber gesprochen haben…

  4. Das ist so nicht richtig. Es wurde uns verboten Film- und Ton-Aufnahmen zu erstellen.

Trackbacks

  1. […] sehr sachlich vertretene Vorwurf des Sexismus (in zwei alten Liedern der Bandbreite) und die nachfolgende Diskussion zu diesem Thema, haben jedoch zu einem Umdenken der Bandbreite bezüglich unserer Position hierzu […]

  2. […] positiven Ergebnis geführt (und sei es nur in unserer Erkenntnis)“, schreibt die Band in einer Stellungnahme. Bei der Diskussion im Duisburger Djäzz sollte es vergangene Woche darum gehen, warum der Verein […]

  3. […] Nein, wir sind nicht sexistisch. Lediglich zwei über 7 Jahre alte Songs haben einen sexuellen Charakter, weil sie eine Persipflage des damals aufkommenden Porno-Rap um Cool Savas waren. Wir haben uns – da viele Leute den Hintergrund nicht verstehen – aber auch bereits davon auf dieser Homepage distanziert. Trotzdem zieht man immer wieder aus rechten antideutschen Kreisen diese Argumente gegen uns an. Zum Artikel auf diebandbreite.de […]

  4. […] Nein, wir sind nicht sexistisch. Lediglich zwei über 7 Jahre alte Songs haben einen sexuellen Charakter, weil sie eine Persipflage des damals aufkommenden Porno-Rap um Cool Savas waren. Wir haben uns – da viele Leute den Hintergrund nicht verstehen – aber auch bereits davon auf dieser Homepage distanziert. Trotzdem zieht man immer wieder aus rechten antideutschen Kreisen diese Argumente gegen uns an. Zum Artikel auf diebandbreite.de […]

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